Kooperation & Konkurrenz. Wissenschaft im 19. und 20. Jahrhundert
print

Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

logo_deu_web_small
DFG Forschergruppe „Kooperation und Konkurrenz in den Wissenschaften“

 

Die Forschergruppe greift eine zentrale Fragestellung der Wissenschaftsgeschichte auf: In welchem Spannungsverhältnis stehen Konkurrenz und Kooperation in der Wissenschaft im Zeitraum der 1970er- bis 1990er-Jahre? Drittmittel, Publikationen in einschlägigen Zeitschriften oder Spitzenplätze in Rankings – um diese und andere Prämien konkurrieren WissenschaftlerInnen und wissenschaftliche Einrichtungen. Entsprechend wird der Wissenschaftsbetrieb oft als Wettkampf aller gegen alle beschrieben. Übersehen wird dabei, dass ForscherInnen auf vielfältige Weise in kooperative Strukturen eingebunden sind: Sie verfolgen ihr Forschungsziel nicht selten innerhalb einer Gruppe, teilen die Ergebnisse ihrer Arbeit mit Kolleginnen und Kollegen und tauschen sich auf Fachkongressen aus.

Ohne Kooperation wäre Wissenschaft nicht denkbar. Dieses Paradox des modernen Wissenschaftsbetriebs rückt das Forschungsprojekt „Kooperation und Konkurrenz in den Wissenschaften“ in den Fokus. Es untersucht Situationen im gesellschaftlichen Feld Wissenschaft, die geprägt sind von dem Spannungsverhältnis zwischen Kooperation und Konkurrenz. Das Kernanliegen ist es, solche Situationen in ihrer Dynamik zu beschreiben und die ihnen zugrunde liegenden Konventionen und Mechanismen in ihrer historischen Wandelbarkeit zu verstehen. Die Forschergruppe analysiert die Interaktionsdynamiken, die entstehen, wenn wissenschaftliche Kooperationspartner von heute die potenziellen Konkurrenten von morgen sind. Auch die Rollenbilder und das Selbstverständnis wissenschaftlicher und wissenschaftspolitischer Akteure sollen in die Analyse einfließen.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich eine Gruppe von Forscherinnen und Forschern an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), dem Deutschen Museum (DM) und dem Institut für Zeitgeschichte (IfZ) zusammengefunden, in der sich die zeit-, wissenschafts- und osteuropahistorische Expertise in München bündelt. Eine Anschubfinanzierung aus dem Investitionsfonds der LMU (dritte Förderlinie) wurde erfolgreich eingeworben, danach wurde das Projekt zunächst aus Mitteln der Exzellenzinitiative finanziert.

Seit Oktober 2017 besteht die DFG-Forschergruppe, Sprecherin ist Prof. Dr. Kärin Nickelsen.